Hardcore Forum



 
HomeFAQLog inRegister

Share | 
 

 Black Metal

View previous topic View next topic Go down 
AuthorMessage
MOSH~kid
Forum Verwalter
Forum Verwalter


Male Anzahl der Beiträge : 874
Alter : 27
Ort : Dresden
Beruf/Tätigkeit : Admin
Über mich : Chef ;p
Punkte : 381
Renommee : 7
Anmeldedatum : 2008-01-17

PostSubject: Black Metal   16/2/2008, 22:47

Black Metal




Definition

Eine Subkultur des Metal ist auch die Stilrichtung Black Metal, welche Ende der 1980er in Schweden und Norwegen entstand und sich rasch in Mittel- und Nordeuropa ausbreitete.
Der schwer zu begrenzende Begriff wird für Bands verwendet, deren Image, Auftreten und Texte eine Verbindung satanischer, heidnischer oder misanthropischer Elemente aufweisen. Allerdings gibt es auch andere Definitionen, zum Beispiel allein über die Musik. Der Gesang ist in der Regel eine Art Gekrächze oder Geschrei, während das Gitarrenspiel sich durch überwiegend monotone Riffs auszeichnet. Am Schlagzeug dominieren Double Bass und Blastbeats. Vereinzelt werden auch Keyboards zum Aufbau eher orchestraler Momente verwendet.
Der Szene lastet der Ruf an, von Menschen mit nationalistischer, nationalsozialistischer, rassistischer oder zumindest ausgeprägter patriotischer Einstellung dominiert zu werden, dies vor allem aufgrund Äußerungen einzelner Musiker. Gefördert wurde dieses Vorurteil vor allem durch die kriminellen Akte, welche Mitglieder der norwegischen Szene verübten – unter anderem setzten diese mehrere Kirchen in Brand.

Entwicklung und Geschichte
Die britische Thrash-Metal-Band Venom, die mit Satanismus kokettierte, gilt als Initiator dieser Musikrichtung, denn unter anderem veröffentlichte sie 1982 das namensgebende Album „Black Metal“. Ironischerweise gaben die Bandmitglieder Jahre später zu, sie hätten vom philosophischen Satanismus, dem Hauptthema des Black Metal, keine Ahnung.
Für die heutige Black-Metal-Subkultur maßgeblich war die Szene Skandinaviens, insbesondere Norwegens.
1984 veröffentlichte die schwedische Band Bathory ihr gleichnamiges Debüt-Album, welches textlich und thematisch von Venom beeinflusst war, musikalisch aber teilweise bereits andere Wege einschlug. Der rohe Proberaum-Klang setzte den Standard des „schmutzigen“ Klangs, der dem Black Metal seither zu eigen ist. Bald begann sich dieser neue Stil vor allem in Skandinavien zu verbreiten: Bathory selbst verfeinerten in den späten 80er Jahren ihren musikalischen Stil und begründeten nebenbei auch den so genannten Viking Metal, eine Abart des Black Metal mit teilweise epischer Ausrichtung, dessen textuelle Inhalte sich vor allem auf die nordische Mythologie beziehen.
Zu jener Zeit organisierte sich angeblich eine Vereinigung von Black-Metal-Anhängern namens „Inner Circle“ (engl. „innerer Kreis“, manchmal auch „Black Circle“), deren Existenz allerdings nicht belegt ist. Ihr erklärtes Ziel wäre die „Dechristianisierung“ Norwegens, genauer das „Reinigen Norwegens von allen heimatfremden Einflüssen“. Øystein Aarseth (Pseudonym „Euronymous“), Gitarrist der Band Mayhem, galt als Kopf jener Organisation und koordinierte sie angeblich aus dem Keller seines Osloer Plattengeschäftes „Helvete“ (norwegisch für „Hölle“) heraus. Aufgrund seiner Popularität lässt sich sagen, dass Euronymous mit seinen Gedanken die Ideologie des Black Metal entscheidend prägte; nicht wenige bezeichnen ihn auch als „Vater“ der Bewegung und Initiator der sogenannten „zweiten Welle des Black Metal“ (als „erste Welle des Black Metal“ werden aufgrund ihres Einflusses neben Venom und Bathory Bands wie Hellhammer, Mercyful Fate, Celtic Frost, Sodom und Destruction bezeichnet.).
Ein Großteil der Mitglieder dieses „Inner Circle“ verbüßte langjährige Haftstrafen wegen Mordes, Grabschändungen und Brandstiftungen. So wurde ihnen zum Beispiel die Brandstiftung der berühmten Fantoft-Stabkirche in Bergen zur Last gelegt.
Ebenfalls an Bekanntheit gewann Kristian „Varg“ Vikernes, auch bekannt als „Count Grishnackh“, einziges Mitglied der Band Burzum und angebliches Mitglied des „Inner Circle“. Vikernes hatte sich mit dem erklärten Kommunisten Euronymous angefreundet, während er sich selbst als Nationalisten betrachtete. Er selbst äußerte Verehrung für Adolf Hitler, Joseph Stalin, Pol Pot sowie andere Diktatoren und legte sich ein stark von Rassismus und Nationalismus geprägtes Weltbild zu. Aufmerksamkeit erlangte Vikernes durch aberwitzige „Anschläge“ auf Death-Metal-Bands; so bewarf er Gerüchten zufolge den Tourbus von Paradise Lost mit Steinen.
Ins Blickfeld einer breiteren Öffentlichkeit geriet die Szene, als der Sänger Mayhems, Dead, mit einer Schrotflinte Suizid beging. Seine Leiche wurde von Euronymous entdeckt, welcher nicht sofort die Polizei herbeirief, sondern zunächst Fotos von seinem toten Freund und Bandkollegen schoss und herumliegende Schädelsplitter auflas. Diese Schädelsplitter wurden später von den verbliebenen Bandmitgliedern zu Anhängern verarbeitet und an verschiedene Freunde Deads verschickt. Eines der Fotos, das den Leichnam Deads zeigte, fand – sehr zum Ärger Euronymous’, der selbst ähnliche Pläne hatte – den Weg auf das Cover des Bootleg-Albums „Dawn of the Black Hearts“.
In den folgenden zwei Jahren kam es innerhalb der Szene unter anderem zu zahlreichen Brandstiftungen und dem Mord an einem Homosexuellen in Lillehammer durch Bård „Faust“ Eithun von der Band Emperor. Durch einen reißerischen Artikel über die Vorgänge innerhalb der norwegischen Black-Metal-Szene im britischen Magazin Kerrang! fand auch das Medieninteresse am Black Metal seinen vorläufigen Höhepunkt.
Ein jähes Ende fand die Szene, als Vikernes seinen einstmaligen Weggefährten Euronymous ermordete. Vikernes nannte Euronymous’ kommunistische Gesinnung als Grund; wahrscheinlich spielte aber eine Konkurrenzsituation zwischen den beiden sowie Streit um einen Plattenvertrag (und damit Geld) die Hauptrolle. Vikernes behauptet heute, er habe Euronymous erstochen, da dieser Mordpläne gegen ihn gehegt habe. Die ausschlaggebenden Gründe für die Tat bleiben wohl für immer ungewiss. Außerdem erklärte Vikernes später, der „Inner Circle“ sei in Wahrheit ein von den Medien aufgebauter Mythos gewesen. Die Person Varg Vikernes wird innerhalb der Szene unterschiedlich beurteilt. Von einigen Anhängern wird er als Ikone der Subkultur und des „NSBM“ („National Socialist Black Metal“) betrachtet. Musikalisch durchaus geachtet, wird seine Person aber allgemein als Schandfleck angesehen.
Mitte der 1990er Jahre gaben Gruppen wie Emperor oder Ulver dem Black Metal ein höchst interessantes, progressives Element; diese Zeit wird auch als „dritte Welle des Black Metal bezeichnet“. In den Kompositionen ließ sich vor allem bei Emperor oftmals eine Tendenz zum Neoklassizismus ausmachen.
Mit dieser Entwicklung setzte in den Augen vieler Anhänger aber auch der Niedergang des Black Metal ein. Die Subkultur erfuhr demnach eine „Invasion“ durch kommerziell ausgerichtete Bands wie Dimmu Borgir, Cradle of Filth oder – in Deutschland – Mystic Circle.
Durch diese „Invasion“ und die Kommerzialisierung diverser „Helden“ der 1990er Jahre (Satyricon, Mayhem, Darkthrone, Immortal) verlor der norwegische Black Metal sein Ansehen im Untergrund, und chartkompatible Bands wie Dimmu Borgir dominierten den Anteil norwegischer Plattenverkäufe. Der Black-Metal-Untergrund hat sich im Laufe der Jahre immer mehr in andere Länder wie Griechenland, Portugal, Deutschland, Finnland, Osteuropa und die USA verlagert, wobei insbesondere Griechenland und Polen eine sehr große und offen radikalisierte NSBM-Szene aufweisen.
In Deutschland, zumeist in den Neuen Bundesländern, bildete sich im Laufe der Zeit eine große Black-Metal-Untergrundszene. Vertreter sind – oder waren – beispielsweise Nagelfar, Lunar Aurora oder Morrigan (ehemals Mayhemic Truth).
Im Zusammenhang mit der ostdeutschen Szene muss auch die Band Absurd genannt werden. Sie ist die bekannteste Vertreterin einer Neonazi-Strömung im deutschen Black Metal. Die Band-Mitglieder wurden 1994 zu Gefängnisstrafen zwischen sechs und acht Jahren verurteilt, nachdem sie einen Mitschüler getötet hatten. Dieser Mord wurde durch die Medien reißerisch als „Satansmord von Sondershausen“ verkauft, obwohl die Täter keinen Bezug zum Satanismus hatten.
Auch in den osteuropäischen Ländern fand diese Subkultur sogar noch zur Sowjetzeit in den jeweiligen Ländern Anhänger. Jene Bands kultivieren in ihren Texten häufig das vorchristliche Brauchtum ihres Landes. Dies spitzt sich in einem vermehrten Aufkommen an NSBM-Bands wie Graveland, Infernum und Lord Wind aus Polen zu.
Auch in den USA existiert eine beachtenswerte Black-Metal-Szene, der bekannteste Vertreter ist Judas Iscariot.

Musik
Trotz der verbreiteten Definition durch die Texte, wird von den Anhängern und den Fachmedien auch eine Erklärung über die Art der Musik vollzogen. Im Black Metal liegt ein großer Einfluss durch die klassische Musik. Black Metal ist laut, (nicht selten extrem) schnell und von gekrächztem Gesang begleitet, manchmal auch sehr melodisch, wird von Außenstehenden aufgrund vieler gewollter Dissonanzen und Disharmonien aber oft als bloße Kakophonie wahrgenommen.
Für den Black Metal war seit seiner Erfindung ein schnelles, extrem verzerrtes Gitarrenspiel üblich. Die Gitarren werden zur Differenzierung vom Death Metal kaum bis gar nicht tiefer gestimmt. Die Riffs der Gitarren sind im allgemeinen relativ simpel; der Fokus liegt viel mehr darauf, sie oft zu wiederholen, was nicht selten auch zur Erzeugung hypnotischer Passagen verwendet wird. Ein gutes Beispiel stellt das Lied „Jesus' Tod“ [sic!] von Burzum dar. Im Gegensatz zu anderen Metalstilen werden im Black Metal nicht nur die üblichen Powerchords verwendet, sondern häufig auch um dissonante Intervalle erweiterte Akkorde.
Der Gesang im Black Metal besteht in der Regel aus Gekrächze oder Schreien, im Unterschied zu den tiefen Growls des Death Metal. Schlagzeug und Gitarre werden nicht selten mit sehr hoher Geschwindigkeit gespielt, es existieren aber auch zahlreiche Black-Metal-Stücke mit eher normalem oder sogar langsamem Tempo sowie zahlreichen Wechseln; als Beispiele lassen sich hier „Quintessence“ (langsames Tempo) oder „Kathaarian Life Code“ (häufige Tempiwechsel) von Darkthrone nennen.
Während Keyboards im Underground teilweise verpönt sind, findet es vor allem im „Mainstream“ zur Erzeugung und Unterstreichung bestimmter Atmosphären Verwendung. So hat das Keyboard auf Dimmu Borgirs Album „Enthrone Darkness Triumphant“ eine tragende Rolle bei der Melodieführung.
In harmonischer Hinsicht wenden sich Black-Metal-Bands häufig vom klassischen Kadenzmodell ab. Sehr oft wird auf Disharmonien zurückgegriffen, die durch eine Verschiebung der Riffs auf eine chromatische oder dissonante Tonstufe erreicht werden. So besteht beispielsweise das Hauptriff des Songs „Beast of Prey“ von Marduk aus Powerchords auf den chromatischen Tönen fis, g und gis, deren Dreiklänge keinerlei tonale Beziehung zueinander haben. Insgesamt beinhaltet Black Metal sehr starke atonale Elemente, wenngleich auch für Solopassagen und Keyboardarrangements häufig auf klassische Modelle für Melodik und Harmonik zurückgegriffen wird.
Erwähnenswert ist der stetig wachsende Anteil der „progressiven“ Black Metaller, welche sich bemühen, Elemente der Musik mit anderen Musikstilen zu verbinden. Waren es anfangs noch Emperor, so folgte darauf das Projekt Peccatum, das mittlerweile fast ganz dem Black Metal entsagt und sich einer Mischung aus Neoklassik und Jazz mit „harten“ Einlagen bedient; oder die Italiener Ephel Duath, die Jazz mit hartem Metal paaren.
Generell herrscht in der Szene ein Streit, ob Bands ideologisch und musikalisch den Szeneidealen entsprechen. Während die einen es als wichtig erachten, alte Ideale zu wahren – „true“ zu sein – bemängeln andere, der Black Metal würde an Konservatismus „ersticken“.

Bands
- Burzum
- Darkthrone
- Emperor
- Gorgoroth
- Graveland
- Immortal
- Marduk
- Mayhem
- Samael
- Satyricon

Quelle: http://www.metalcharts.de
Back to top Go down
http://hardcore-forum.crazy4us.com
 
Black Metal
View previous topic View next topic Back to top 
Page 1 of 1
 Similar topics
-
» Black Sun Empire - From The Shadows
» Zak-fx & Coresplittaz - Black Liquid

Permissions in this forum:You cannot reply to topics in this forum
Hardcore Forum :: Musik :: Informationen :: Genres-
Jump to: